Lange ist hier nichts mehr geschrieben worden. Sprich: Es ist mal wieder Zeit für einen neuen Artikel, und da bietet sich die letztwöchige Reise nach Krakau förmlich an. (Auch wenn andere Leute meine Abwesenheit für merkwürdige Ereignisse nutzten – doch die 8:1-Niederlage
eines mir bekannten Bundesliga-Clubs soll an dieser Stelle nicht weiter kommentiert werden.)
Die Hinfahrt
Es ist der Abend des 22. Septembers und ein letztes Aufbäumen des Sommers will Europa heimsuchen, doch dazu später mehr… Vom Bielefelder Hauptbahnhof soll uns ein ICE schnell nach Berlin bringen, um uns dort in den Nachtzug nach Krakau umsteigen zu lassen. Und tatsächlich, nach einer hinnehmbaren Verspätung von 10 Minuten verlässt dieser die Stadt.
Um die ganze Geschichte nicht unnötig in die Länge zu ziehen, der Umstieg in Berlin funktionierte ohne nennenswerte Vorfälle und das Abenteuer Nachtzug begann.
Diese Betten (bzw. nennen wir sie lieber Liegeflächen) sind schon eine feine Sache, wenn man die Nacht über im Zug verbringt. Es ergaben sich aber zwei Probleme:
- a.) Es war noch viel zu früh zum Schlafen
- b.) Bei drei übereinandergestapelten Liegeflächen reduziert sich die Sitzhöhe doch gewaltig (Achtung, bleibende Haltungsschäden nicht ausgeschlossen!)
Zum Glück lässt sich aber auch ein Schlafwagen-Abteil wieder in eine bequeme Sitzlandschaft zurückbauen. Also das mittlere Bett gen Wand geklappt und aus den Koffern eine Ablage für die Füsse errichtet. Und auch ersteres Problem ließ sich auf vielfältige Weise beseitigen. Dies führte soweit, dass sämtliche Klappen und Schränke des Abteils ob ihrer Funktion untersucht wurden. Den LCD-Fernseher mit dem Nachtfilm fanden wir trotz sorgfältiger Suche zwar nicht, dafür aber ein Waschbecken mit funktionsfähigem Wasseranschluss, einen großen Spiegel, kleine Handtücher und Seife, ja sogar ein paar Lebkuchen hat die Zuggesellschaft uns Reisenden spendiert.
Eine Frage noch an die Herren, die die Ausweiskontrolle bei der Einreise in unser Nachbarland durchführten: Warum wird des Mitternachts in unserem Abteil erst das Flutlicht eingeschaltet und dann wieder die Tür geschlossen? Licht aus!
Die Ankunft
Besagtes Aufbäumen des Sommers hatte genau wie wir den Süden Polens erreicht, ergo war das Tragen einer Jacke dem Tragen eines Koffers nicht dienlich – dies hielt mich natürlich nicht davon ab, mich selbst vom Gegenteil zu überzeugen. Und das Gegenteil behielt Recht. Bei strahlendem Sonnenschein blieben die Winterjacken tief im Koffer verwahrt und wir genossen im T-Shirt die wärmenden Spätsommersonnenstrahlen.
Demnächst: Teil 2 – u. a. mit »Der Aufenthalt«










